WIRKUNG DES NIKOTIN AUF DEINE HAUT

Wie Rauchen der Haut schadet


Zugegeben, es hat schon etwas, wenn Humphrey Bogart in dem Kultfilm "Casablanca" den Glimmstängel lässig im Mund hält. Seine Worte: "Schau mir in die Augen, Kleines", die er seiner Angebeteten entgegen bringt, sind einer der Höhepunkte dieses cineastischen Meisterwerks. Aber auch damals war schon bekannt, dass häufiger Rauchkonsum nicht nur Herz-Kreislauf- und Lungenerkrankungen zur Folge hat, sondern auch mannigfaltige Hautveränderungen hervorruft.


Rauchen ist cool. Nicht nur die Werbung versucht durch die Verbindung von Freiheit und Abenteuer dieses Gefühl zu erzeugen. Gerade junge Menschen lassen sich von ihrem sozialen Umfeld stark beeinflussen und förmlich anstecken.

Das Rauchen zu Lungenkrebs, Herz-Kreislauferkrankungen und Durchblutungsstörungen führt, ist hinlänglich bekannt.

Aber auch das größte Organ des Menschen, die Haut, wird durch das Zigarettenrauchen je nach Ausmaß mehr oder weniger stark belastet, Gelegenheitsraucher (1 ? 3 Zigaretten täglich) sind, wenn überhaupt, nur geringfügig belastet.

Nicht nur Krankheiten werden durch das Rauchen begünstigt, auch ästhetisch störende Hautveränderungen gehören zu den regelmäßig auftretenden unerwünschten Folgen.

Durchblutungsstörungen: Nikotin bewirkt eine Verengung der Blutgefäße, Kohlenmonoxid behindert den Sauerstofftransport und die Gewebeversorgung. Die Folgen sind unter anderem verlangsamtes Haar- und Nagelwachstum sowie die längere Heilungsdauer bei Wunden und nach Operationen.

Faltenbildung: Die Feuchtigkeitsbindung der Hornschicht der Oberhaut wird vermindert. Die Folge ist die Bildung sehr feiner Fältchen. In der darunter liegenden Lederhaut wird der Aufbau, das Wachstum und die normale Gewebserneuerung von kollagenen Fasern behindert. Ähnlich wie in der Altershaut werden jugendliche Fasern zerstört und Altersfasern vorzeitig gebildet, ein Vorgang, der als Elastose bezeichnet wird. Der hierdurch entstehende Alterungseffekt wird bei einem Zigarettenkonsum von 20 Zigaretten mit 10 Jahren, bei 30 Zigaretten mit 14 Jahren beziffert, wobei Frauen stärker als Männer gefährdet sind.

Veränderung der Hautfarbe: Der gräulich-aschfahle Ton der Gesichtshaut von Rauchern entsteht als Folge einer Drosselung der Durchblutung, der Einlagerung von Bestandteilen des Tabak-rauchs in die Haut sowie der Elastose, einer gelblich erscheinenden Hautverdickung, die an Stirn und Schläfen auftreten kann.

Immunschwächung: Rauchen führt zu einer vermehrten Bildung so genannter freier Radikale. Die Folgen sind Begünstigung der Entstehung von Haut- und Schleimhautkrebs sowie von Viruswarzen.

Haut- und Schleimhautkrebs: Die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung von Plattenepithelkarzinom der äußeren Haut sowie der Anal- und Genitalkarzinome ist bei Rauchern mehr als 3-mal so hoch. Rauchende Frauen mit genitalen Viruswarzen haben ein 35-faches erhöhtes Risiko ein Vulvakarzinom zu bekommen. Eine weißliche Verfärbung im Bereich der Mundschleimhaut, die als Leukoplakie bezeichnet wird, ist bereits eine Hautkrebsvorstufe und kann durch Abstinenz wieder zurückgebildet werden.

Begünstigung von Hauterkrankungen
Rauchen begünstigt die Entstehung von Schuppenflechte, Neurodermitis, Kontaktallergien, Akne, Autoimmunerkrankungen und insbesondere von Viruswarzen.

Rauchen belastet die Haut erheblich. Zwar können ästhetisch dermatologische Verfahren, wie Fruchtsäuretherapie, Faltenfiller, Lasertherapie und Botulinumtoxin hier erfolgreich entgegenwirken, doch bleibt es das vorrangige Ziel die Schäden erst gar nicht entstehen zu lassen.


Weitere Beiträge von Dr. Erik Senger, Hautarzt in Rödermark, finden Sie unter "Wenn's um die Haut geht"


Rauchen und Hautprobleme

Wie der Zigarettenkonsum der Haut schadet

Was viele nicht wissen: Raucher haben ein 50-prozentig höheres Risiko an Hautkrebs zu erkranken als Nichtraucher (Quelle: Institut für Nikotinforschung und Raucherentwöhnung, 2000). Rauchen verdoppelt die Chance, an einem malignen Melanom zu sterben.
Hierbei handelt es sich um eine besonders gefährliche Hautkrebs-Form. Maligne Melanome wachsen sehr schnell und bilden schon frühzeitig Metastasen aus.

Grund für dieses erhöhte Risiko ist ein durch das Rauchen geschwächtes Immunsystem. Ein weiterer Grund für schlechte Haut: Eiweißstoffe, die unsere Haut elastisch halten, sind reduziert, die so genannten Gerüstproteine. Außerdem sorgt das Rauchen für eine verminderte Durchblutung der Haut. Die Haut des Rauchers ist trocken, ledern und faltig. Besonders um die Lippen und Augen herum. Der Teer vom Zigarettenrauch sammelt sich an den Fingern und Fingernägeln und färbt sie gelblich-braun.

Außerdem haben Wissenschaftler festgestellt, dass Raucher zwei bis drei Mal häufiger an Schuppenflechte erkranken als Nichtraucher. Es handelt sich dabei um eine gutartige, nicht ansteckende Erkrankung der Haut. Sie ist gekennzeichnet durch scharf begrenzte, punkt- bis handtellergroße Hautflecken. Wie beim Hautkrebs ist auch hier ein geschwächtes Immunsystem die Ursache.

Nikotinsucht: Rauchen schadet dem Zahnfleisch

Tabak ist Gift - nicht nur für die Lunge und das Herz, auch für das Gebiss. Das Risiko, dass sich Kiefer und Zahnfleisch entzünden, ist bei Rauchern um das Fünffache erhöht. Damit steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass Ihnen die Zähne viel zu früh ausfallen.
ZahnfleischWer qualmt, hat ein fünfmal höheres Risiko, Parodontitis zu bekommen© Colourbox.com
Ob Zigarette, Pfeife oder Zigarre: Rauchen schadet den Zähnen - über Umwege. Der Krebs erregende Qualm streicht durch die Mundhöhle und lagert sich auf Zähnen, Zunge und Munschleimhaut ab. Gelangt das Nikotin über die Schleimhäute und die Lunge in die Blutbahn, sorgt es dafür, dass sich die Adern zusammenziehen.



Die Folge: Die Schleimhaut und das Zahnfleisch werden nicht mehr gut durchblutet, das Immunsystem muss seine Abwehrzellen durch enger gewordene Nachschubwege schleusen. Dadurch sinkt die Abwehrkraft, auch die des Zahnfleisches. Damit steigt automatisch das Risiko, an Parodontitis. zu erkranken, und zwar um das Fünf- bis Sechsfache.
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Wie negativ sich Tabakkonsum auf Zahnfleisch und Kiefer auswirken, belegen die Ergebnisse der jüngsten deutschen Studie zur Mundgesundheit. Danach leiden 27,1 Prozent der Raucher im Alter von 35 bis 44 Jahren an einer schweren Parodontitis.

Bei Rauchern fehlt oft ein wichtiges Warnzeichen: das Blut

Weil Rauchen die Abwehrkräfte schwächt, wird das Zahnfleisch auch anfälliger für lang andauernde Entzündungen. Das kann den Kieferknochen schädigen und lässt ihn schrumpfen. Irgendwann kann er den Zahn nicht mehr halten, der Beißer fängt an zu wackeln, schließlich fällt er aus.
Besonders tückisch ist: Das Zahnfleisch von Rauchern blutet nicht so schnell, wenn es entzündet ist. Das liegt an den durch das Nikotin verengten Adern. Das Blut ist aber ein typisches Warnzeichen für Parodontitis. Fehlt es, wird das Problem nicht so schnell erkannt - weder vom Betroffenen noch vom Zahnarzt. Zudem heilen bei Rauchern Wunden wesentlich langsamer, auch solche Wunden, die durch Zahn- oder Kiefer-Operationen entstehen.
Wenn Sie rauchen, sollten Sie ihre Zähne ganz besonders gründlich pflegen und sich mehrmals im Jahr die Zähne professionell reinigen lassen.
Rüdiger Braun